Ich mag chinesische Weisheiten. Zum Beispiel den Spruch, dass jede Reise mit dem ersten Schritt anfängt. Das soll Konfuzius gesagt haben. Oder dass die Reise wichtiger ist als das Ziel. Das hat er sicher auch gesagt, denn er war ein weiser Mann. Ich mag Kung Fu Panda, den witzigen und verfressenen Dickbauch-Panda und seinen verrückten und schnatternden immer-und-ewig-Suppen-kochenden-Enten-Adoptivvater.  Und natürlich liebe ich Jackie Chan in Karate Kid.

Neulich stolperte ich über diese chinesische Weisheit:

Halte den Mund mehr geschlossen als die Augen.

Wenn ich so ein Wort lese, frage ich mich sofort: Stimmt das? Vielleicht passt diese Wahrheit für den Autor oder Philosoph, aber ist das auch etwas für mich? Passt es auch auf dich? In diesem Fall finde ich, dass es rundherum passt.

Halte den Mund mehr geschlossen …

Lieber Autor, liebe Autorin, wenn du schreibst, ist es gut den Mund zu halten und die Augen aufzusperren.  Quatsch, wirst du mir sagen. Ich erzähle ja eine Geschichte. Und eine Geschichte besteht aus Worten. Da muss ich doch den Mund aufmachen.

… und beschränke dich auf das Wesentliche

Stimmt, aber eine Geschichte gewinnt, wenn du dich auf das Wesentliche beschränkst, wenn du dein Sprache so messerscharf und präzis wetzen kannst, dass kein Wort überflüssig ist. Dass jedes Wort sitzt wie ein massgeschneiderter Anzug. Dass jede Szene die Handlung weiter treibt. Dass du den Leser nicht mit Füllwörtern und Plattitüden langweilst. Fast immer ist weniger mehr.

Schriftsteller sind Sehende

Trotzdem bist du als AutorIn auch sehend. Wenn du nicht vorher die Menschen in ihrem Umfeld oder in deinem Roman gut angeschaut hast, kannst du als SchriftstellerIn auch nicht zeigen, wer sie sind. Darum musst du überall deine Augen offen halten. Du bist immer auf Empfang. Auf Sendung. Du beobachtest, wie sich Menschen bewegen, wie sie reagieren, welche Körpersprache sie sprechen und was sie bewegt.

Fazit? Die Chinesen und ihre alte Weisheit passt. Auch für einen Autor.

Halte deinen Mund mehr geschlossen als die Augen.

So schaffst du für deine Leser ein Kopfkino, dass sie niemals freiwillig verlassen werden.

Schreibtipp

Falls du Lust hast, nimm dir eine Szene vor, mit der du noch nicht zufrieden bist. Streiche alles, was nicht unbedingt der Handlung dient. Ökonomisiere die Sprache. Welche Adjektive kannst du entbehren? Welche Adverbien kannst du durch starke Verben ersetzen? Wo ist mehr Handlung angesagt?

Wenn du fertig bist, lies beide Versionen laut. Welche gefällt dir? Welche liest sich besser?

 

 

Steckst du in deiner Geschichte fest? Dann kontaktiere mich gerne. Ich biete Coaching für Autoren und individuelles Lektorat. 

Ich freue mich auf dich.

http://www.lektoratderrotefaden.de

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