Gestern habe ich endlich den neuen Writers Digest (February 2018) gelesen. Ich liebe diese Zeitschrift für Autoren. Kennst du sie? Wenn nicht, dann hast was verpasst.

Auf mein blaues Sofa gekuschelt habe ich diesmal sofort zur Mitte geblättert, wo immer ein Interview mit einem Autor zu finden ist. Dort gab es ein Gespräch einer meiner Lieblingsautorinnen. Kristin Hannah hat mich mit ihren Büchern immer wieder verzaubert. Ich mag ihre Themen, ihre Schreibe, ihre Geschichten. Meistens gibt es dabei auch Taschentuchalarm. Ich war gespannt: Wie kommt der Mensch Kristin Hannah in diesem Artikel rüber? Was würde sie aus dem Erfahrungsschatz ihres Autorendaseins mit mir teilen?

Kristin Hannahs Durchbruch kam mit Firefly Lane

Kristin Hannah ist Juristin. Als sie ihr erstes Kind erwartete, wollte sie mehr Familienzeit, einen ruhigeren und selbstbestimmteren Tagesablauf. Deshalb fing sie an zu schreiben. Viele Jahre kam einmal im Jahr ein Roman von ihr auf den Markt. Der Durchbruch gelang ihr erst mit Firefly Lane, die Geschichte von Tully und ihrer Freundin. Ich erinnere mich noch, dass es mein erstes Buch von Kristin Hannah war. Im Interview erzählt Kristin von ihrem Erfolg:

I wrote Firefly Lane about 10 years ago, and that was probably the most personal of all of my novels. That changes the course of my career; that’s when I began to truly find my voice and what it was I had to say (Writers Digest February 2018, p. 47) 

Wie Kristin Hannah ihre Erzählstimme fand

Ich schaue Autoren gerne in den Werkzeugkasten und auf den Schreibtisch. Kristin erzählt, dass die vielen Bücher vor Firely Lane notwendig waren. Es war notwendig, regelmäßig zu schreiben, damit sie ihre eigene Erzählstimme finden konnte. Einfach weiter zu machen, dran zu bleiben. Wichtig ist nicht, wann der Durchbruch kommt, sondern dass man dran bleibt.

Ist deine Erzählstimme noch nicht stark genug?

Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du spürt, dass du noch nicht ganz die richtigen Worte triffst; dass du die Geschichte nicht annähernd so gut weitergibst, wie du es dir wünscht. Halte trotzdem an deinem Traum fest und schreibe weiter. Mit jedem Wort kristallisiert sich deine Stimme heraus. Und du lernst, die richtigen Worte zu gebrauchen.

Kristin Hannahs Erfahrungen machen Mut

Mich hat Kristin Hannahs Ehrlichkeit ermutigt und zwar als Autorin und als Lektorin. Etwas Ähnliches hat Lucinda Riley im Herbst 2017 in einem anderem Interview gesagt. Beide Autorinnen sind heute gefeiert. Sie werden auf der ganzen Welt gelesen. Aber sie haben nicht immer auf der Bestsellerliste gestanden. Auch sie kannten lange Durststrecken, sperrige Plots, das Ringen mit den Worten, negative Kritiken, Absagen von Verlagen und was einem sonst noch den Mut rauben kann. Aber sie haben daran geglaubt, dass sie Geschichten erzählen müssen und können. Und haben einfach weiter geschrieben. Diese Ausdauer, dieser Glaube hat ihnen geholfen – zur eigenen Erzählstimme.

Zutaten für die Erzählstimme: Ausdauer und Lebenserfahrung

Kristin Hannah präzisiert diese wunderbare Weisheit ganz einfach. Auf der einen Seite ist es dein Glaube und deine Ausdauer, die dich formen. Aber auch das Leben, die Erfahrungen, die du unterwegs sammelst, schenken dir eine Stimme. Denn so wirst du als AutorIn mit jedem Schritt zu einer unverwechselbaren Persönlichkeit; genauso unverwechselbar wie deine Erzählstimme sein wird. Kristin Hannah hat heute einfach mehr zu sagen als vor Firely Lane.

You know, I think that the single most important ting (has been) aging, and motherhood, and going through life and understanding what it is I have to say …“

Kristin Hannah in Writers Digest February 2018, p. 47 

Nur du bist du mit deiner Stimme und Kraft

Wie findest du das? Mich motiviert das sehr. Ich trage seit Jahren eine Geschichte in mir, die erzählt werden will. Aber ich spüre, ich bin noch nicht bereit. Deshalb schreibe ich  andere Texte und Romane. Ganz oft habe ich mir selbst Druck gemacht oder ein schlechtes Gewissen gehabt.

Jetzt musst du endlich diese Geschichte schreiben. Warum fängst du nicht einfach an? Was hält dich zurück?

Nun sehe ich klarer. Ich werde sie eines Tages erzählen – aber erst, wenn ich meine Stimme gefunden habe.

Vielleicht wächst auch in dir eine Geschichte. Gibt es ein Thema, für das du brennst? Das sich immer wieder in dein Leben drängt? Dann passe gut auf es auf. Es ist kostbar wie ein kleiner Samen, der wachsen will, der aber auch die richtigen Bedingungen braucht.

Lass dieses Thema in dir heranreifen – bis deine Stimme klar genug ist, zu sagen, was du zu sagen hast.

Denn du hast etwas zu sagen.

Ein Thema, aber viele Stimmen

Jeder von uns hat ein Thema und eine Geschichte. Du kannst nur deine Geschichte erzählen und ich meine. Vielleicht haben wir das gleiche Thema, aber wir werden nicht die gleiche Stimme haben. Deine Geschichte kannst nur du authentisch erzählen. Das kann kein anderer für dich machen. Das ist deine Aufgabe.

 

 

Brauchst du Unterstützung von einem Schreibcoach? Soll dein Buch den letzten Schliff mit einem professionellen Lektorat bekommen? Ab April habe ich wieder Kapazitäten. Ich freue mich auf dich.

http://www.lektoratderrotefaden.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: