Meine Kollegin Maike Claußnitzer, die ich aus dem Texttreff für Frauen kenne, hat wieder einen Roman geschrieben. Und als Mediävistin liefert sie mit dem Rattenlied einen Schmöker für alle Fans von High Fantasy.

Als das Rezensionsexemplar im Briefkasten lag, war ich neugierig, denn schon das Cover hielt, was ich mir von einem Fantasyroman verspreche: Mystische Zeichen, gedeckte Farben und ein dicker Wälzer – sprich viele vergnügliche Lesestunden.

Kennst du Tolkiens „Der Herr der Ringe“ oder  Marion Zimmer Bradleys „Die Nebel von Avalon“? Dann weißt du auch, wovon ich rede.

Maike Claußnitzers Rattenlied ist High Fantasy

Rattenlied ist ein Buch mit viel Inhalt – einer dicht gewobenen Geschichte mit komplexen Figuren, eingebettet in einen fantastischen und manchmal historisch anmutenden Kontext. Ein Buch aus der Kategorie der High Fantasy, mit hoch entwickelten Reichen, Welten und Kulturen – so wie du es vielleicht aus dem Büchern Lied vom Eis und Meer kennst.

Auch im Rattenlied geht es um Intrigen und den Kampf um eine Zukunft. Die Vergangenheit – die Entführung eines Kindes und eine Erbschaftsfrage – werfen ihre düsteren Schatten in die fiktive Gegenwart. Wer ist der Sänger Audoin wirklich, der damals entführt wurde? Und warum hat diese Entführung Bedeutung für den Frieden im Land?

Maike Claußnitzer schafft einen Kosmos, der an eine mittelalterlich Welt erinnert – mit ungewöhnlichen Tieren und Figuren; mit Regionen, wo es Menschen gibt, die an einen christlichen Gott glauben, und andere, die noch in ihrer ursprünglichen Religion verankert sind und wie die Wikinger magische Runen auf Fluchstangen ritzen.

Die Geschichte ist kunstvoll aufgebaut, es gibt so viele Verwirrungen, dass ich manchmal Mühe hatte, alle Fäden im Kopf zu sortieren. Ich glaube, es lag daran, dass einige Namen mit dem gleichen Buchstaben anfangen. War es nun Ansegiel, der entführt wurde? Oder war es Audoin? Mit dem Fortschreiten der Handlung hat sich dieses Problem für mich gelöst, weil die einzelnen Personen individuellere Züge erhielten, was mir die Wiedererkennung erleichterte.

Besonders mochte ich die starken Frauen. Rattenlied – das ist eine Welt der Gleichberechtigung. Das hat mich sehr angesprochen.

Und worum geht es?

Lucardis ist Kriegerin am Schwanenhof. Sie ist noch neu in ihrem Amt. Lange war sie auswärts, ist viel gereist. Doch als sie auf ihrer ersten Mission das kostbare Pferd ihrer Herrin abgibt, um den Sänger Audoin freizukaufen, fangen die Schwierigkeiten erst an. Bald sind sie in politische Wirrungen verstrickt. Und dann taucht auch noch die berüchtigte Söldnerin, genannt Ratte, auf und Herr Wigand, der den Bewohnern des Schwanenhofes feindlich gesinnt ist.

Maike Claußnitzer hat für ihr Rattenlied eine facettenreiche Kulisse geschaffen mit ihrer Erzählstimme, die die Illusion einer fantastischen mittelalterlichen Welt heraufbeschwört.

Rattenlied ist ein Schmöker, der alle Fans der High Fantasy fesseln wird.

Noch was: Schauen Sie doch einfach mal auf dem Blog der Autorin vorbei.

Maike Claußnitzer: Rattenlied, ISBN 978-3-746-01303-9.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: