Wer sagt, wie ein glückliches und erfülltes Leben sein muss? Wir sind es, die ihm seinen Wert geben.

Carolin Hagebölling: Der Brief, Seite 220

 

Kennst du das? Du sitzt mit einer Tasse Tee oder einem Glas Wein und fundierst über das Leben. Vielleicht bist du melancholisch. Oder du bist einfach dankbar. Auf jeden Fall tauchen die Entscheidungen, die du im Laufe deines Lebens gefällt hast, auf. Du schaust zurück auf dein Leben und fragst dich:

Was wäre, wenn ich damals Tim statt Viktor geheiratet hätte?

Wie gut, dass ich nicht mit der Firma in die USA gegangen bin, oder habe ich doch etwas Entscheidendes verpasst?

Wie wäre es, wenn ich nicht die Abtreibung vorgenommen hätte? Mein Kind wäre jetzt fünf Jahre alt, so wie das Mädchen auf dem Spielplatz dort.

Oder du bist dankbar, dass du lebst und nicht durch einen tragischen Unfall viel zu früh gestorben bist, so wie deine Klassenkameradin.

Was wäre wenn?

Wir alle stehen unzählige Male in unserem Leben an einem Scheideweg. Dort treffen wir Entscheidungen, wählen die Abzweigung nach rechts oder links. Damit gestaltet sich unsere Lebensreise neu.

Nicht immer ist es uns in diesem Moment bewusst, was dieser Schritt für Auswirkungen auf unser Leben haben wird. Was wir wählen bedeutet auch immer, dass wir etwas anderes abwählen. Jede Entscheidung hat ihren Preis und ihren Bonus.

Später, da passiert es dann, dass man sich Gedanken macht: Was wäre, wenn ich damals anders entschieden hätte?

Manchmal scheint das Gras grüner auf der anderen Seite des Zauns. Manchmal sind wir aber auch einfach dankbar für das Leben, das wir haben.

Ein mysteriöser Brief und zwei Leben

Kurz vor meinem Urlaub traf das Rezensionsbuch „Der Brief“ ein. Sofort zogen mich das Cover und der Klappentext in die Geschichte.

Ein mysteriöser Brief, zwei Städte – Paris und Hamburg – und eine Frau. Marie.

Ich habe „Der Brief“ verschlungen. Der Debütroman ist so spannend und mitreißend erzählt, dass ich die weitere Entwicklung der Autorin im Auge behalten werde.

Carolin Hagebölling hat eine Sprache, geschliffen und klar wie ein zarter Kelch aus Kristall. Und die Geschichte, die sie damit vermittelt, ist ebenso zerbrechlich wie der Sektkelch. Die Autorin erzählt ohne jeden Schnörkel und doch so dicht – und sie schenkt dem Leser eine Geschichte, die immer wieder überrascht und niemals vorhersehbar ist.

Der Brief lädt zum Nachdenken und Kaffee ein

Wenn ich ehrlich bin: Der offene Schluss lädt zum Verweilen und Nachdenken ein. Fast hätte ich Lust mich mit anderen Lesern auf einen Kaffee zu treffen und über den Roman zu reden: Wie deutest du diese Geschichte?

Sollte dein Weg dich nach Kopenhagen führen, melde dich. Ich kenne ein paar schöne Cafés oder Teehäuser und lade dich ein, über „Der Brief“ zu reden: Was bedeutet die Botschaft dieses Romans für dein, ja für unser Leben?

Ich wüsste gerne, wie andere Leser dieses Buch gelesen und gedeutet haben, will hier aber nicht spoilern.

In jedem Fall: „Der Brief“ ist ganz sicher ein Buch, das man nicht so schnell vergisst. Und das sind bekanntlich die besten Bücher.

Neugierig geworden? Das hoffe ich.

Carolin Hagebölling: Der Brief. DTV 2017

 

Und falls du statt dem Café auch eine Lektorin sucht oder einen Schreibcoach. Ich habe noch Plätze frei.  Der nächste Kurs steht auch wieder vor der Tür.

September 2017-Januar 2018: Onlinekurs Romanwerkstatt.

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