Elisabetta – Liv Winterbergs Historienepos

Ich mag die Romane von Liv Winterberg. Immer, wenn wieder eine neuer Titel erscheint, bin ich gespannt, in welche Epoche sie mich diesmal entführen wird. Vor allem schätze ich die gute Recherche, die hinter diesen Büchern liegt. Für mich ist das wie eine VIP-Reise in eine neue Welt, ein neues Leben, das sich mir eröffnet, an der Hand einer guten Führerin. Und gerade deshalb habe ich mich auch gefreut, als der DTV Verlag mir ein Rezensionsexemplar von „Elisabetta“ zukommen lies.

Worum geht es in Elisabetta?

Wir befinden uns in Bologna, im Jahre des Herrn 1665. Die Stadt steht auf den Kopf, denn eine ihrer bekanntesten Bürgerinnen, die Malerin Elisabetta Sirani ist tot.

Diese Frau war ein Stern am Himmel Bolognas gewesen. Ihr Talent war zufällig entdeckt worden. Elisabetta war die erste Frau, die an der Akademie der Künste Malerei unterrichten durfte. Sie hatte Schülerinnen. Doch mit nur 27 Jahren war sie gestorben. Schnell verbreiten sich die Gerüchte um einen unnatürlichen Tod. Der Verdacht fällt auf ihre Magd.

Die Stadt plant eine Trauerrede.  Der Prior des Juristenkollegs, der ein Freund des Hauses und ein Verehrer der Malerin war, Giovanni Luigi Picinardi, soll die oratio funebris halten.

An der Seite des von Trauer zerrissenen Priors taucht der Leser immer mehr in das Leben, die Gedanken, die Kunst Elisabettas ein. Schritt für Schritt  wird gezeigt, wie sich das Leben im Haus Sirani kurz vor dem Tod der Tochter gestaltet hat. Vor den Augen des Lesers entsteht das Bild einer Künstlerin, die ihrer Zeit weit voraus war.

Bildabdrucke von Elisabetta Seranis Werken

Im Anhang des Buchs kann der Leser sich in  die gekürzte Trauerrede und Abdrucke der Werke Elisabettas vertiefen.

Elisabetta und ihr Schicksal wird viele Menschen berühren: Kunstinteressierte, die zwar die Werke, nicht aber die Künstlerin kennen; Leser historischer Romane, die gute Recherche  lieben. Und all die Leser, die von spektakulären Todesursachen fasziniert sind, die sich fragen: Wer ist der Mörder? Wie kann man dieses Rätsel lösen?

Elisabetta – eine Geschichte voller Leidenschaft, Verlust und Trauer

Liv Winterberg berichtet mit der Stimme Giovannis barock behäbig und schafft so die Illusion sich in der Zeit zu bewegen. Anregend, vor allem für Kunstinteressierte, sind die Einblicke in die Maltechniken.

Trotz allem ist es ein stilles, verhaltenes Buch. Elisabetta handelt nicht nur von der großen Malerin Bolognas, sondern auch von den Menschen, um Schuld und Leidenschaft. Und genauso so zeigt Liv Winterberg, dass hinter jedem Gemälde auch immer ein Mensch lebt und atmet, dessen Geschichte sich mit jedem Pinselstrich dort verewigt.

Auch diesen Roman von Liv Winterberg habe ich mit Begeisterung gelesen. Lassen Sie sich nach Italien entführen. Und lesen Sie dieses Buch mit einem gutem Glas Rotwein und einer leckeren italienischen Delikatesse.

EUR 22,00 € [DE], EUR 22,70 € [A]
dtv Allgemeine Belletristik
Originalausgabe, 368 Seiten, ISBN 978-3-423-28086-0
23. September 2016

 

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