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copyright: Ferran Jordà:father and son/pare i fill

Heute wurde im Gottesdienst das Evangelium vom barmherzigen Vater gelesen – oder das Gleichnis vom verlorenen Sohn, wie der Text aus dem 15. Kapitel der Lukasevangelium vielen auch bekannt ist.

Wer bin ich?

Ich habe mich gefragt: Welcher Sohn will ich sein? Bin ich der Jüngste, der sein Erbe ausgezahlt bekommt und sich auf den Weg macht, die Welt entdeckt, Kräfte probt, ein selbstbestimmtes Leben lebt und sich um die Prämissen des Elternhauses nicht schert? Bin ich derjenige, der sich dann, als er alleine nicht mehr weiter kommt, erinnert: Mein Vater liebt mich, egal, was ich verbockt habe? Ich kann immer zu ihm zurück kommen?

Bin ich der ältere Bruder?

Oder bin ich der ältere Sohn, der im Elternhaus bleibt, sich versorgen lässt und ein gutes, gesichertes Leben führt und der trotzdem vor Eifersucht vergeht, als der Vater ein Fest für den heimgekehrten jüngeren Bruder feiert? Schaue ich auf meinen Bruder voller Hass? Rede ich über meinen Bruder nur verächtlich als „dein Sohn“ und distanziere ich mich so sehr von ihm, dass ich nicht mehr sein Bruder sein will?

Der Vater hat Liebe genug für beide Söhne

Eines haben diese beiden Menschen gemeinsam, trotz aller Unterschiede. Ob sie es wollen oder nicht: Sie sind eine Familie, denn sie haben den gleichen Vater. Und der Vater liebt beide Söhne, egal, wie sie sich entscheiden und leben. Sein Liebe reicht für beide.

Wer bin ich?

Ich bin der jüngere Bruder. Ganz sicher. Ich habe nie Lust gehabt, das Leben meiner Eltern zu leben, sondern war voller Entdeckerlust, wollte raus, das Leben fühlen, leben und Fehler machen. Nur so kann ich lernen. Das gehört zum Leben und zum Wachstum für mich nun einmal dazu. Ich lebe aus der Gewissheit, dass ich geliebt bin – egal was ich anstelle, gibt es immer einen Weg zurück. Trotz aller Widerstände wird letztendlich alles gut. Ich vertraue darauf, dass das Leben mich trägt. Mein Vater wartet überall auf mich, und er drückt mich an sein Herz.

Nicht alle sehen das so. Deshalb frage ich dich:

  • Wer bist du in diesem Gleichnis?
  • Und warum glaubst du, dass das dein Platz ist?

 

 

2 Comments on “Ein Vater und zwei Söhne

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