Der dritte Band der Tierkot-Reihe ist da!

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Copyright: DTV Verlag

Nach Elchscheiße und Kaimankacke kommen die begeisterten Leser des schrägen Humors nun auch in den Genuss von Rentierköttel. Passend zur Weihnachtszeit hat man Lust zu sagen.

Man muss die anderen Bände nicht zwingend gelesen haben, um der Handlung folgen zu können, denn die notwendigen Hintergrundinformationen liefert Lars Simon dem Leser im Text, geschickt eingeflochten in die Handlung.

Und wer manövriert sich immer in die Scheiße? Natürlich Torsten Brettschneider, der sein Leben in Frankfurt nicht in den Griff kriegt, und der sich, als er von seiner Großtante ein Haus in Mittelschweden erbt, als Autor im schwedischem Nirgendwo niederlässt.

Dort oben, am Ende der Welt, gibt es nicht nur Köttel und dazugehörige Fliegen und Mücken, sondern auch die hübsche Pfarrerstochter Linda, in die Torsten sich verliebt.

Während Torsten weiß, wem er sein Herz schenken will, ist Linda sich da noch nicht so sicher. Sie weiß trotz Torsten Charme immer noch nicht, wem ihr Herz gehört. Immerhin wirbt auch ein Galerist, Olle Olofsson, um sie. Mit ihm, ihrer ersten Liebe, reist sie bis nach Lappland.

Doch dort werden Lindas Nachrichten spärlicher und versiegen fast ganz. Alarmiert und besorgt bittet Lindas Vater Torsten, doch bitte nach dem Rechten zu sehen und seine Tochter gut nach Hause zu bringen.

Eigentlich hat Torsten dazu keine Zeit, denn er renoviert gerade sein neu erworbenes Holzhaus und die Handwerker geben sich die Hand. Aber da kommt sein Vater, Ex-Ingenieur und Frührentner, und erklärt sich selbst zum Projektverantwortlichen.

Torsten reist nach Lappland; im Schlepptau hat er seinen alten Kumpel, Rainer, der ein ewiger Sozialpädagogikstudent ist und von dem man zwei Dinge mit Sicherheit sagen kann: Er ist lieb, aber vollkommen weltfremd, und wo er geht und steht, bricht das Chaos aus.

In Jokkmokk treffen die beiden weder Olle noch Linda, sondern einen Haufen Verrückter, die sich für reinkarnierte Asen halten. Und da wird die Geschichte erst richtig spannend.

Dieses Buch empfehle ich wärmstens allen Lesern, die sich gerne lachend kugeln, wilde Verfolgungsjagden lieben und ein Flair für Slapstick-Szenen und crazy Dialoge haben. Der Humor ist deftig und man kommt oft aus dem Schmunzeln nicht heraus. Die Personen sind scharf gezeichnet, und unvergesslich bleiben mir vor allem Rainer mit seinem Sprechtick und der Ase Larf – pardon: Lars!

Darüber hinaus hat Lars Simon ein feines Auge, und deshalb ist das Buch nicht nur Lesefutter, sondern es schildert auch die Beziehungen der Hauptfiguren untereinander mit viel Einfühlungsvermögen.

Nach diesem Band gibt es keine Tierkot-Reihe mehr. Wer die anderen Bände schon gelesen hat, muss sich verabschieden. Aber vielleicht ist das klug, Adieu zu sagen, wenn es am Schönsten ist.

Lars Simon, Rentierköttel: 368 Seiten. DTV 2015. 9.95 €

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