Als sie nach einer Auszeit im Verlagshaus wieder erscheint, wünscht sich Imogen, die allseits geschätzte Chefredakteurin des Mode-Hochglanzmagazins Glossy, nur eins: Die alten Zeiten sollen wieder kommen und ihre ehemalige Assistentin Eve verschwinden.

Denn Eve hat sich während Imogens Abwesenheit Glossy in einen verkaufsträchtigen App mit „Traffic“ aber fehlendem „Stil“ umgewandelt.

Imogen soll mit ihrem ausgebauten Netzwerk den notwendigen Stil liefern, indem sie ihre guten Kontakte aufleben lässt.

Auch wenn der App neumodisch ist, haben die Großen der Modeszene immer noch Vertrauen in Imogen, die sie als zuverlässig und kompetent schätzen. Von dem neuen Outfit und der kalten Eve sind die Designer und Modeschöpfer dagegen absolut nicht begeistert.

So geht es immer mehr den Bach herunter mit der neuen App und da helfen smarte Verkaufsstrategien auch nicht mehr. Stil gibt es halt nicht zum Schnäppchenpreis.

Für Imogen spitzt sich die Situation immer mehr zu.

Soll sie ihre Stelle kündigen und in New Orleans noch einmal neu anfangen? Oder soll sie kämpfen?

Die Umbruchszeit zerrt an Imogens Nerven, auch Eves kalter Zynismus und ihre fehlende Unterstützung. Doch Imogen kämpft nicht nur im Büro, ihre Tochter wird gemobbt und Imogen weiß sich kaum noch zu helfen.

Ein witziger, frecher und ironischer Roman über Frauenfehden und die Freuden, Herausforderungen, Chancen und Hürden der neuen Welt. Ich konnte es nicht lassen und musste immer mal wieder schmunzeln.

Teilweise wirkt der Roman aber überzogen. Ist es wirklich möglich, seine Angestellten so zu behandeln – oder eher gesagt zu schinden – wie Eve es macht? Auch in den USA?

Leider hat Eve nur negative Seiten. Sie ist so sehr der Anti-Held, dass selbst der herzzerreißende Konflikt, den sie mit ihrem Vater auskämpft, bei mir keine Sympathie aufkommen lässt. Und mit jeder Seite wird es schlimmer.

Ich bin erst nur langsam in die Geschichte hereingekommen, aber nachdem ich die magische Grenze des Mittelteils überlesen hatte, wurde die Geschichte immer besser und die Seiten flogen nur so dahin. Der Stil ist wunderbar, liest sich federleicht, ist voller Humor und gespickt mit ausdrucksstarken Bildern.

Ein Buch, das den Blick hinter die Kulissen der Modeschöpfer erlaubt.

Lucy Sykes, Jo Piazza: Ich klick dich weg. Fischer Taschenbuch 2015. 509 S. 9,99 €.

One Comment on “Zickenpower pur!

  1. Tja – gerade in den USA muss man sich warm anziehen, wenn man nordeuropäisches Arbeitsrecht gewohnt ist.
    Eine ganz unsympathische Heldin ist selten, wie bei dieser Art Büchern auch ein offenes Ende, aber auch gut – es gibt Dinge, die Menschen so sehr verbiegen können, dass man sie wirklich nur schwer mögen kann.

    Gefällt 1 Person

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