Manchmal leuchtet ein rauer Wintertag besonders auf, wenn ein Päckchen mit einem Buchgeschenkt abgegeben wird.
Die Autorin Martina Sahler hatte mir ein Exemplar ihres zweiten Bandes der Wolgadeutschen mit Widmung zugestellt. Ich freute mich aus verschiedenen Gründen:

Ich bekomme gerne Post und Päckchen, altmodisch wie ich bin. Ich packe gerne Geschenke aus. Und ich verliere mich gerne in gute historische Romane, und Russland hat mich schon immer fasziniert. Und der erste Band der Familiengeschichte der Wolgadeutschen Weiße Nächte, weites Land hatte mir damals einfach gut gefallen hat.

Inzwischen sind einige Jahre vergangen, aber die alten Freunde trifft der Leser auf den Seiten des Buchs wieder. Wir befinden uns in Russland, ca. 1780. Die drei Schwestern haben sich nun eine neues Leben ferne der alten Heimat aufgebaut. Sie sind und leben sehr unterschiedlich.
Eleonora lebt mit ihrer Familie in Saratow und verdient ihr Geld mit der Seidenmanufaktur. Christina frönt ein mondänes leben in der Petersborg und betreibt ein florierendes Modegeschäft. Nur Klara ist noch in der Wolgasiedlung geblieben. Doch gerade ihr Leben wird aus den Fugen gehoben, als der Mann in der Siedlung auftaucht, der sie vor ihrer Abreise aus Hessen sexuell missbraucht hat. Er lässt sich im Dorf mit seiner Familie nieder, erinnert sich aber nicht mehr an Klara. Sie allerdings hat ihn niemals vergessen. Doch noch viel schlimmer wird es, als sie mitansehen muss, dass er immer noch Mädchen missbraucht. Was kann Klara tun, um die jungen Frauen zu schützen und wird ihr überhaupt jemand glauben? Doch obwohl Klara meint, nicht noch größeres Leid ertragen zu können, hält das Schicksal noch eine Herausforderung für sie bereit.

Der zweite Band der Saga ist noch farbenprächtiger, Konflikt geladener und opulenter als der Erstling. Die Personen sind schillernd, facettenreich und die Geschichte so spannend, dass man sie am liebsten in der Badewanne lesen möchte und dabei immer neues Wasser nachlaufen lässt, um bloß nicht herausteigen zu müssen. Für meine Haushaltskasse ist es gut, dass wir keine Badewanne haben.

Ich empfehle dieses sorgfältig recherchierte und herrlich erzählte Buch gerne weiter.

Martina Sahler: Dunkle Wälder, ferne Sehnsucht. 2014, 1, 318 Seiten, Geb. mit Su. Weltbild.dunkle-waelder-ferne-sehnsucht-098329810 10, 9,99 €

Autoren-Porträt von Martina Sahler
Martina Sahler hat Germanistik und Anglistik und lange als feste und freie Lektorin für Belletristik gearbeitet, bis sie sich mit großer Begeisterung der Schriftstellerei widmete. Martina Sahler lebt mit Mann, zwei Kindern und der Katze Lottie in der Nähe von Köln.
Mehr über die Autorin erfahren Sie unter www.martinasahler.de

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