Jaskar_Buch-web

Hallo Susanne. Danke, dass du dir Zeit für dieses Interview nimmst. Was ich dich schon immer fragen wollte: Wann hast du angefangen zu schreiben?

Wann der Schreibvirus mich erwischt hat, kann ich nicht mehr genau sagen. Schon als Kind habe ich kleine Geschichten geschrieben und natürlich jede Menge Bücher verschlungen.

Was schreibst du?

Geschichten, die etwas in mir zum Klingen bringen und einen Hauch Magie beinhalten. Wenn es beim Schreiben kribbelt, dann ist es richtig.

Ich glaube, Isabel Allende hat mal gesagt, dass sie eine Kerze anzündet, bevor sie schreibt. Andere hören bestimmte Musik. Hast du bestimmte Rituale oder Ticks, wenn du schreibst?

Ich benötige eigentlich nur etwas Ruhe und einige Zeit, bis ich in den Schreibfluss komme. Am liebsten schreibe ich auf dem Sofa mit dem Laptop auf den Knien.

Was fasziniert dich beim Schreiben?

Beim Schreiben begebe ich mich auf eine Reise in eine andere Welt. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wie sich das Geschehen langsam entfaltet. Faszinierend finde ich es auch, wenn ein Protagonist plötzlich ein Eigenleben entwickelt und die Ereignisse sich dadurch in eine andere Richtung entwickeln.

Welche Autoren sind deine Vorbilder?

Die Tintentrilogie von Cornelia Funke liebe ich sehr. Auch bin ich eine bekennende Leserin der Scheibenwelt-Romane von Terry Pratchett, weil er es meisterhaft versteht, Bilder entstehen zu lassen und das immer mit viel trockenem englischem Humor.

Was hast du bisher veröffentlicht?

Meinen Erstling „Jaskar und der Weihnachtsengel“ habe ich bereits 2011 als E-book veröffentlicht. Die Resonanz war positiv, und das hat meinen Ehrgeiz geweckt. Also habe ich es noch einmal überarbeitet und auch selbst illustriert. 2012 habe ich es dann auch als Druckversion über den Book-on-Demand-Verlag Winterwork herausgebracht.

Susanne-web350Wie bist du auf die Idee gekommen, dieses Buch zu schreiben? Was hat dich angetrieben?

Als ich meinem Sohn eine Fortsetzungsgeschichte in den Adventskalender gesteckt habe, hat sich die Geschichte nach und nach entwickelt. Dadurch war ich zum ersten Mal gezwungen, jeden Tag etwas zu schreiben, zur Not auch nachts. Denn jeden Morgen musste ja ein neues Kapitel hinter dem Türchen stecken. Das hat mich ungemein motiviert und danach hatte ich die Rohfassung aus dem später das Buch entstanden ist.

Wenn du mit einer Geschichte schwanger gehst, was hast du zuerst auf dem Papier – den Plot oder die Figuren?

So pauschal kann ich das gar nicht sagen. Bei Jaskar und der Weihnachtsengel war auf jeden Fall zuerst der Drache da, dann kamen die Nebenfiguren mit ihren Problemen und schon lief die Geschichte wie von allein. Oft entwickeln sich die Figuren und der Plot aber quasi parallel, weil das eine das andere bedingt. Während ich einen Plot entwickele kann es zum Beispiel vorkommen, dass eine Nebenfigur auftaucht und einen Teil wieder über den Haufen wirft. Oft sind das aber die Momente, die dem Ganzen mehr Tiefe verleihen.

Können wir noch weitere Kinderbücher erwarten oder arbeitest du an etwas anderem?

Momentan arbeite ich an einem heiteren Liebesroman für Erwachsene, der kurz vor der Fertigstellung steht. Aber eine Kinderbuch-Fortsetzung mit dem Turmdrachen Jaskar kann ich mir für später auch vorstellen. Da schlummern schon ein paar Ideen auf meiner Festplatte.

Kannst du uns schon ein wenig über dein neues Buch erzählen?

Der turbulente Liebes-Roman spielt in und um Hannover vor dem Hintergrund der GPS-Schatzsuche Geocaching. Das Hobby des männlichen Ich-Erzählers sorgt für manche Verwicklung und spiegelt dabei in gewisser Weise sein Leben. Denn auch dort ist er auf der Suche. Er muss sowohl seinen Platz im Leben finden, als auch erkennen, für welche Frau sein Herz schlägt. Es ist ein Buch, das sowohl zum Schmunzeln anregt, aber auch ein paar ernste Untertöne hat, die für Tiefgang sorgen.

Und nun ein paar Ratschläge für alle, die schreiben: Wie erweiterst du deinen Wortschatz?

Viel lesen hilft immer. Und wenn mir eine gute Redewendung auffällt, notiere ich sie mir irgendwo. Wenn ich gut drauf bin, schaffe ich es sogar, die gesammelten Phrasen in eine Tabelle auf meinen PC zu übertragen.

Wie gehst du mit Schreibblockaden um?

Raus gehen, auch wenn es regnet oder stürmt. Dann mit durchgepustetem Hirn drauflosschreiben. Egal, ob es mit dem Thema zu tun hat, oder nicht. Oft gewinne ich dadurch ganz neue Erkenntnisse. Wenn gar nichts hilft, Laptop zuklappen und einfach mal ein paar Tage liegen lassen.

Was würdest du jungen Autoren gerne mit auf den Weg geben?

Immer schön dran bleiben, den Schreibmuskel trainieren und sich eine kritikfähige Schreibgruppe suchen. Das hilft ungemein, um sich weiterzuentwickeln.

Welches Buch liegt gerade auf deinem Nachttisch?

„Garou“ von Leonie Swann, weil ich das schon ewig lesen wollte. „Dicke Freunde“ von Stephan Bartels habe ich neulich spontan gekauft und die englische Ausgabe von „The Green Mile“. Aktuell lese ich gerade „Die Listensammlerin“ von Lena Gorelik.

Danke, dass du dir Zeit für dieses Interview genommen hast. Ich freue mich schon sehr auf dein nächstes Buch!

Erzähl auch von deiner Jaskar Aktion!

Zur Zeit läuft eine Advents-Aktion für „Jaskar und der Weihnachtsengel“. Bis zum 16.11. ist das e-Book auf Amazon.de für 99 Cent erhältlich:

3 Comments on “Werkstattgespräch mit der Autorin Susanne Fletemeyer

  1. Ein sehr schöner Beitrag. Die Buchschreiberei ist für mich ein interessantes Thema, denn des öfteren frage ich mich, wie man an die Sache ran geht. Hat man die Story grob komplett im Kopf und erfindet dann die Mitte und baut das dann in beide Richtungen aus? Fängt man einfach an zu schreiben und schaut, was dabei heraufkommt und feilt folglich daran bis es passt. Ich würde mir selbst ein Kleinkinderbuch höchstens zutrauen. Viel Respekt habe ich vor Autoren, die historische Romane schreiben – man muss wohl unheimlich viel recherchieren, damit alles in diese Zeit authentisch passt.
    Die Idee mit dem Adventskalender für den Sohn ist so toll. Ich hoffe, dass ich eines Tages eine Nichte oder Neffen habe und für sie auch Überraschungen machen kann – vielleicht traue ich mich auch eine kleine Kurzgeschichte zu schreiben oder einen Comic zu zeichnen.
    LG, Emma

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Emma,
      wenn dich der Beitrag dazu ermutigt hat, die Adventskalender-Schreiberei einmal selbst auszuprobieren, finde ich das ganz toll! Trau dich einfach! Und wenn es dir Spaß macht – wer weiß, was noch dabei herauskommt 😉

      Gefällt 1 Person

  2. Ja, Emma, ich fand die Idee mit der Adventsgeschichte auch toll. Und das Buch von Susanne ist richtig gut. Ich glaube, einige Autoren haben die Story fast druckreif im Kopf, andere schreiben eher intuitiv. Wir Menschen sind verschieden. Die meisten sind wohl eine gute Mischung aus beiden Extremen. Und ja, ich bin auch immer wieder begeistert über gut recherchierte historische Romane. Allerdings glaube ich, dass Kinderbücher auch nicht leicht zu schreiben sind, weil Kinder die kritischten Leser überhaupt sind. Falls du mal was hast, dann poste doch einen Auszug auf deinen Blog!

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