www.dtv.de1308. Die Christin Alissende erreicht auf der Flucht vor der Inquisition Seriol, ein Dorf, gut versteckt in Schluchten der Pyrenäen. Seit Monaten war sie auf der Flucht und kommt dort völlig zerrissen an
Alissende ist nicht nur äußerlich zerrissen und ausgehungert von der Flucht, sondern auch innerlich zerrissen und ausgehungert. Sie wünscht sich Frieden, Freunde, ein gesichertes Leben. In Seriol wird sie aufgenommen und findet ihr Auskommen als Magd.
Aber sie ahnt nicht, dass sie in einem Katharerdorf Zuflucht gefunden hat. Doch als sie es erfährt, wiegt sie sich in Sicherheit. Hier in den zerklüfteten Bergen, weit weg von den Disputen der Gelehrten und Machthaber, wird niemand sie und ihre Freunde behelligen.
Simon, der Hirte, nimmt ihr mit seiner Liebe auch die Angst vor der Zukunft.
Aber Alissende weiß nicht, dass sie auf einem Pulverfass sitzt, denn schon lange hat der Bischof von Pamiers das Dorf im Auge, und kurz darauf werden alle, bis auf die Kinder und Alissende, festgenommen.
Hat Allissende wieder alles verloren, was ihr im Leben wichtig war?

„Der Klang der Lüge“ – ein (Liebes)Roman aus der Glaubenswelt der Katharer
Die Glaubens- und Lebenswelt der Katharer, eine gnostische Glaubensgemeinschaft, die sich im 12. Jahrhundert von der katholischen Kirche abgespalten hatte und vor allem in Südfrankreich beheimatet war, ist heute fast nur aus den Prozessprotokollen zu rekonstruieren. Sie hatten ein dualistisches Weltbild, verwarfen das Alte Testament und meinten, dass die Seele im Körper gefangen sei und dem Zyklus von Wiedergeburten unterworfen sei.

Ich habe bisher alle Bücher von Liv Winterberg verschlungen und auch dieses ist gelungen. Spannend war für mich, dass sie den Roman auf einem historischen Ereignis aufbaut: Solch eine Festnahme eines ganzen Dorfes hat tatsächlich stattgefunden. Liv Winterberg hat auf dem Hintergrund der historischen Daten und der historischen Quellen einen fiktiven Roman geschrieben, der aber gekonnt zeigt, wie es damals hätte sein können.

Der Klang der Lüge – ein Roman über Macht und Machtmissbrauch
Vor allem hat mich die Wahrheitssuche der Menschen berührt – und damit meine ich sowohl die katharische Gemeinde, die bereit war, alles für ihren Glauben zu tun und auch den katholische n Bischof, der versuchte, sein Hirtenamt so sorgsam und menschlich wie möglich in der damaligen Zeit auszuführen. Er wollte u.a. keine Folter gebrauchen und weinte nach dem Gespräch mit dem katharischen Priester.
„Der Klang der Lüge“ ist wie alle Bücher von Liv Winterberg wieder ein Appell, die Themen des Romans nicht der Vergangenheit zu überlassen.
Machtmissbrauch findet immer noch statt. Die Geschichte aus dem Mittelalter kann einfach in unsere Zeit transportiert werden: Was geschieht gerade jetzt vor unseren Augen mit dem Islamischen Staat? Was geschieht in Nord Korea? Und was geschieht an vielen anderen Orten der Welt?

Der Inhalt der Konflikte hat sich über die Jahre geändert, aber die Macht(miss)brauchsmechanismen sind die gleichen.
Wie kann ein Machthaber Menschen dazu bringen, seine Pläne zu unterstützen? Spitzel, ausgeklügelte Verhörmethoden, Verleumdung und Erpressung und Angst – das alles führt zu ähnlichen Situationen, wie damals in „Seriol“

Liv Winterberg hat mich durch ihre Sprache in den Bann gezogen! Wer historische Romane liebt, ist hier sicher gut bedient.

Ein Satz aus dem Buch hat mich berührt, denn er enthält sehr viel Wahres:

Wenn das Glück vorbeikommt, stell ihm einen Hocker hin, damit es Platz nimmt und verweilt. Denn es ist flüchtig und immer auf dem Sprung.

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6 Comments on “Die Buchblogparade entführt mit Liv Vinterberg und „Der Klang der Lüge“ in die Pyrenäen

  1. Mit Bücher, die sich mit dem Glauben beschäftigen – meide ich eigentlich. Mit diese Thema tu ich mich immer schwer. Das Zitat aus dem Buch gefällt mir allerdings richtig gut, das muss ich mir merken.
    LG, Emma

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    • Ja, das Zitat ist auch klasse! Historische Romane über das Mittelalter haben ja immer auch etwas über den Glauben zu sagen – einfach weil die Gesellschaft so aufgebaut war. Ich finde das immer spannend, einfach als Mensch, aber auch als Theologin und Religionswissenschaftlerin. Aber oft bin ich auch entsetzt, was damals alles im Namen des Glaubens geglaubt und gemacht wurde.

      Gefällt 1 Person

      • Ich mag die Bücher, die sich stark mit der/den Religion(en) beschäftigen, weil genau der Glaube schon sehr oft für Kriege und Verbrechen gesorgt hat. Damals natürlich extremer, heute erlebt man das leider auch – oft ist es die Intoleranz.

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  2. Ja, Emma, aber das schaffen Feindbilder auch, aber gefährlich wird es, wenn diese Feindbilder mit Religion verknüpft werden. Und die sind wohl Geschichtsresistent oder tauchen immer mal wieder wie grauselige und gifteige Fliegenpilze auf….

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  3. Danke Eva,
    diesen Titel habe ich schon einige Zeit auf meiner Liste stehen und deine Besprechung hat mich noch einmal bestärkt mir das Buch demnächst zu kaufen.
    Vielen Dank.
    Man weiß so wenig über die Katharer, da bin ich echt gespannt.

    Lieben Gruß aus Berlin
    Angelika

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