www.dtv.deAnja Jonuleit ist wieder da –

und diesmal wieder ganz groß mit ihrem „Apfelsammler“.

Als Hannahs Tante Eli in Umbrien unerwartet das Zeitliche segnet, stirbt auch Hannahs Liebe. Sie kündigt ihrem verheirateten Liebhaber die Treue. Ernüchtert und enttäuscht reist sie nach Castelnuovo, um Abschied zu nehmen, sich neu zu orientieren und den Nachlass zu ordnen. Wie soll es nun weitergehen, wo sie die Dinge, die sie ihrer Tante Eli sagen wollte, nicht mehr anvertrauen kann?

In Umbrien lernt Hannah mehr oder weniger skurrile Menschen kennen und findet im Haus ihrer Tante den Auszug eines Briefs, wo sie u.a. folgendes liest:

Noch heute, wenn ich durch den Wald gehe und das Laub unter meinen Schritten raschelt, denke ich an uns, wie wir dort lagen und uns liebten, das allererste Mal. An den Duft nach Erde und an den Spätsommerhimmel über uns, so strahlend blau. (S.52)

Hannah ist überrascht. Nie hatte ihre Tante Eli von einer verflossenen oder unglücklichen Liebe geredet.

Kannte sie ihre Tante, die sie nach dem Unfall ihrer Eltern aufgezogen hatte, eigentlich richtig? Waren Hannah und Eli wirklich ehrlich und offen miteinander umgegangen? Warum hatte Eli sich in die umbrische Einöde verkrochen? Warum hatte sie auf der Plantage des Apfelsammlers Matteo gearbeitet?

Matteo, den alle nur den Apfelsammler nennen, züchtet alte Apfel- und Birnensorten und lebt zurückgezogen, so sehr, dass er Hannah erst mit seinen Hunden vertreibt. Doch dann wächst erst Interesse und später Liebe zwischen ihnen.

Aber die Finger der Vergangenheit greifen immer wieder ins Jetzt.

Warum ist Rose, die Frau von Matteo verschwunden? Und warum brannte die kleine Kapelle auf seinem Grundstück ab? Warum lebt er ein Doppelleben? Kann Hannah ihm überhaupt vertrauen?

Anja Jonuleit schreibt im Apfelsammler über Tabus und Geheimnisse, die das Leben der Generationen vergiften

Die Handlung entfaltet sich über zwei Erzählstränge. Die Geschichte von Eli beginnt in den 60ziger Jahren in der Nähe des Bodensees. Ihre Jugend, ihr Werdegang und ihre Liebe sind voller Geheimnisse, Verletzungen und Tabus, und all dies hat Auswirkungen, die bis in die Gegenwart von Hannah und Matteo reichen.

Was damals geschah, übertrifft die kühnsten Erwartungen des Lesers. Und Hannahs und Matteos sowieso.

Anja Jonuleit hat sich auch mit diesen Roman in mein Herz geschrieben. Sie entwirft Menschen auf dem Papier, die so voller Geschichte und Leben stecken, dass ich mich frage:

Wie können zwei Buchdeckel dies alles enthalten?

Die Sprache ist zauberhaft, eindringlich und sehr gut lesbar.

Für mich ist Anna Jonuleit ein Synonym für anregende und fesselnde Lesestunden, sprich: Ambiente, Sprache, Geschichte. Dieser Cocktail wird serviert wie ein gut gekühlter Grappa. Und er ist genauso verführerisch.

Anja Jonuleit: Der Apfelsammler. 368 Seiten.  dtv Premium. Juli 2014. 14,90€.

Und hier geht es zu einem Interview mit der Autorin über den Roman.

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4 Comments on “Die Buchblogparade des August entführt mit Anja Jonuleit nach Umbrien

  1. Liebe Eva Maria,

    du hast dieses Buch so wunderbar beschrieben, dass ich gerne jetzt in einen Buchladen stürmen würde, um es zu kaufen, aber um diese Uhrzeit sind alle zu ; )

    Liebe Grüße,
    Angela

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  2. Pingback: Die Autorin Anja Jonuleit über das Schreiben und den Roman “Der Apfelsammler” | Eva Maria Nielsen

  3. Pingback: Anja Jonuleit und die Colonia Dignidad | Lektorat der rote Faden

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