Pearl S. Buck und „Die Frauen des Hauses Wu“ in der BuchBlogParade

Kinesisk dans i parkenMit ca. 12 Jahren hatte ich alles, was mich in der Kinderabteilung der Paderborner Stadtbibliothek interessierte, geschmökert. Um trotzdem nicht leer aus der Bücherei zu gehen, schlich ich mich über die Hintertreppe in die Erwachsenenabteilung. Ich dachte, ich würde von dort verjagt, weil ich noch zu jung für diese Bücher sei und versteckte die Romane unter Kinderbüchern bei der Ausleihe. Natürlich wusste ich damals nicht, dass Bibliothekare Leseratten niemals vertreiben würden. Das lernte ich erst später. Zuhause vertiefte ich mich in die ergatterten Romane von Tolstoi, Bristol und die Bücher von Pearl S. Buck, die mich ins alte China entführte.

Ich erinnere mich an eine Mischung aus Faszination und Fremdheit. Faszinierend war dieses Reich der Mitte, eine Welt entfaltete sich vor meinen Augen, die der meinen so fremd war. Und exotisch waren nicht nur das Land, die Namen und die Geschichte, sondern vor allem auch der für meine Begriffe doch etwas langatmige Schreibstil der Autorin. Aber ich konnte trotzdem die Bücher nicht aus der Hand legen.

Heute, ca. 30 Jahre später, habe ich Pearl S. Buck wieder mit in den S-Zug genommen. Und ich habe „Die Frauen des Hauses Wu“ gerne gelesen, trotz seiner Langatmigkeit.
Der Sprachstil ist behäbig, die Geschichte fließt träge dahin, aber sie enthält so viele zauberhafte Momente und Einblicke in das Leben im alten China, dass es mir schwer fiel, mich loszureißen. Pearl S. Buck gelingt, was allen guten Büchern gemeinsam haben und was sie Zeiten überdauern lassen. Sie zeigt, dass die Sehnsucht der Menschen nicht an Zeiten oder geographische Orte gebunden ist. Ganz tief drinnen werden wir alle von ähnlichen ganz menschlichen Sehnsüchten getrieben – egal ob es eine Oberklassenfrau ist wie Madame Wu, ein westlicher Priester, die kleine Hure oder Konkubine oder aber der Leser von heute. Menschen sind Menschen und unterscheiden sich letztendlich nicht sehr von einander.

Madame Wu – eine Frau auf der Suche nach sich selbst.
Madame Wu hat drei Söhne. Am Tag ihres 40. Geburtstags beschließt sie, dass es Zeit ist, dass ihr Mann eine Konkubine bekommt. Madame Wu möchte ihr Leben nicht mehr durch Schwangerschaften beeinträchtigen. Aber der eigentliche Grund ist ein anderer – und den versteckt die perfektionistische Madame Wu fast auch vor sich selbst. Madame Wu will fortan selbstbestimmt leben. Lange genug hat sie alles für die Familie gegeben.

Doch die Familie Wu – Frauen und Männer – sind dieser neuen Herausforderung nicht gewachsen. Als ein Priester als Fremdsprachenlehrer vom Madame Wu eingestellt wird, geschieht das, was sie niemals erwartet hat: Sie verliebt sich in den großen, kantigen Fremden. Aber wird ihre Liebe erwidert? Und hat sie überhaupt eine Chance?

Pearl S. Buck entführt den Leser in die Frauenwelt des alten China
Man sollte  sich Zeit nehmen für dieses sensible Buch. Äußerlich passiert nicht viel, denn das Leben der Frauen spielt sich in den verschachtelten Höfen des Hauses ab. Aber die Personen wachsen und entwickeln sich und so entfaltet diese chinesische Familiengeschichte an der Schwelle zur Revolution und dem neuem China eine einmalige und überraschend zarte Liebesgeschichte, die den Leser nicht unberührt lassen kann. Mich erinnern „Die Frauen des Hauses Wu“ an Tschingis Aitmatows „Dshamilja“.

Und jetzt noch ein Zitat aus dem Buch:

‚Ist es möglich, dass ich heute noch genau so aussehe wie gestern?‘ hatte sie sich an jenem Morgen nach ihrer Hochzeit gefragt. (Pearl S. Buck. Die Frauen des Hauses Wu, Fischer 2007, S. 5)

Neugierig geworden? Dann schauen Sie doch mal rein bei den anderen Teilnehmern der Buchblogparade!

1. Nadine, die http://www.Mamaglueck88.blogspot.de zu Hause ist.
2. Martina findest du auf http://www.buechersammler.de
3. Andrea tobt sich auf der virtuellen Spielwiese aus oder schreibt hier: http://wortladen.com/blog/

4. Katrine, die Genusstrainerin, verfeinert unsere Sinne auf http://www.genusstrainerin.net/
5. Und eine Wahlberlinerin – Patricia – bloggt nicht nur über Bücher auf: http://www.cheaperia.de
6. Martina findest du hier: http://www.buechersammler.de/
7. Eine langjährige Internetbekanntschaft und Autorenkollegin, Petra, schreibt als „writingwoman“: http://www.autorenblog.writingwoman.de
8. Susanne aus Österreich ist hier zu lesen: http://www.susannegurschler.at
9. Heike liest und schreibt in Köln: http://www.koelner-leselust.de/
10. Und 1001 Gedanken macht sich ihre Namensverwandte Heike: http://www.1000Gedanken.de
11. Klaudia bloggt natürlich hier: http://www.Klaudiabloggt.wordpress.com
12. Juliane, das ist unsere Maintalerin, und die findest du hier: http://www.die-maintalerin.de
13. Angela Gäde bloggt hier für dich: http://angelagaede.blogspot.de/
14. Ines kannst du hier folgen: http://www.balcik.de/elefant2
15. Aus Berlin wird vegan gebloggt: http://strullersuppe.wordpress.com
16. Kerstin hat auch zu uns gefunden und wir zu ihr: http://www.kerstinschuster.de/blog
17. Zwar hat er sich spät gemeldet, aber er ist noch nicht das Schlusslicht. Alexander bloggt hier: http://algoesla.blogspot.co.at/
18. Gudrun macht sich hier Gedanken: http://gudrun-plett-blog.blogspot.de/
19. Ingas Blog hat einen tollen Namen: http://www.schokofisch.de.
20. Emma taucht hier ab und zwar ins Buchstabenmeer! http://buchstabenmeer.wordpress.com
21. Angelika ist noch schnell mit auf den fahrenden Zug gesprungen und bloggt mit uns: http://gedankentueren-ak.blogspot.de/
22. Isabell ist auch dabei und zwar hier: http://blog.wernerlampert.com/
23. Laura bloggt zusammen mit ihrem Partner auf: http://reisepaar.de
24. Der Glückssucherin kannst du hier folgen: http://suchtdasglueck.at

 

One Comment on “Pearl S. Buck und „Die Frauen des Hauses Wu“ in der BuchBlogParade

  1. Pingback: Mein kleiner Fisch {Buchempfehlung} - Fräulein im Glück

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