safe_imageDiesmal, also im März, stelle ich ein Kinderbuch bei der BuchBlogParade2014 vor.

Ich erinnere mich an magische Kindertage. Damals hatte ich gerade Astrid Lindgrens Märchen „Die Puppe Mirabell“ gelesen. Dort bekommt ein kleines Mädchen einen Samen geschenkt. Sie weiß nicht, was für ein Samen es ist. Also pflanzt sie ihn, pflegt ihn, lässt die Sonne und den Regen ihre Arbeit machen und wartet. Und eines Tages wächst statt einer Blume oder einer Frucht eine Puppe aus der Erde. Und welch eine Überraschung, denn diese Puppe ist keine normale Puppe (die wachsen ja bekanntlicherweise auch nicht im Garten!), sondern eine lebendige Puppe, die sprechen und essen kann. Ein Puppenmenschenkind hat sie also im Garten gezogen.

Soll ich Euch ein Geheimnis verraten? Ich habe mir lange, sehr lange so eine Puppe Mirabell gewünscht. Eben eine echte, sprechende Puppe sollte es sein. Monatelang habe ich mich abends ins Bett gewühlt und geträumt, dass ich am nächsten Morgen aufwache. Aber eben nicht allein, sondern neben einem richtigen Puppenbaby, das mir gehören würde. Und weil das nicht so richtig funktionieren wollte, habe ich meiner Puppe Mut gemacht: „Du brauchst dich nicht zu verstellen. Du lebst. Sprich mit mir. Jetzt kommt keiner.“
Tja, es muss wohl an mir gelegen haben. Denn meine wunderbare Puppe hatte nie ein Wort an mich gerichtet.

Die Geschichte der Streichholzmenschen
Anders ist es in der magischen Geschichte von den Streichholzmenschen.

Streichholzmenschen sind Menschen, nur eben nicht grösser als ein Streichholz. Sie leben gut versteckt. Sie haben Angst vor den großen Menschen, denn Streichholzmenschen leben fünf Mal so lange wie wir. Deshalb wollen Forscher mit ihnen experimentieren. Und es ist ja klar: Dazu haben die kleinen Menschen keine Lust. Also sind sie fast unauffindbar. So lebt auch das Steichholzmädchen Petra verborgen in Untermiete, bis sie eines Tages entdeckt wird.

Jasmin, so heißt das Mädchen, dem das Zimmer gehört, sieht ganz zufällig, das kleine Bett unter ihrem Bett. Es ist winzig wie eine Nussschale. Jemand haust dort unten. Und dieser Jemand ist weder eine Wichtel noch eine Elfe, sondern ein Streichholzmädchen. Petra, so stellt sie sich Jasmin vor, ist bei einem Umzug von ihrer Familie getrennt worden ist. Seitdem muss sie sich alleine durchschlagen, und hat sich häuslich unter Petras Bett eingerichtet.

Die Geschichte einer Freundschaft, die Hindernisse überwindet.
Jasmin und Petra werden Freunde. Und das Menschenmädchen verspricht Petra, ihr zu helfen, ihre Familie wieder zu finden.
Doch dazu brauchen sie Hilfe und gute Ideen. Petra hat Angst, sich jemanden anzuvertrauen, denn die Menschen wollen den Streichholzmenschen ihre Lebenskraft klauen. Streichholzmenschen sind zwar klein, aber sie leben 5 Mal so lange wie wir Menschen. Petra hat Angst, dass man sie zu Experimenten benutzen will.
Und dann kommt der geldgierige Dr. Schmidtke auf die Spur der Streichholzmenschen, und es sieht ganz so aus, als wenn Petra und ihre Familie keine Zukunft mehr haben werden. Doch Jasmin und Petras neuen Freunde geben nicht auf.

Der auktoriale Erzähler zoomt ein und dann geht es los…
Die Autorin Isabel Lenuck steigt als auktorialer Erzähler ein. Es ist fast so, als würde man einem Geschichtenerzähler beim Lagerfeuer zuhören. Sie wirft den Scheinwerfer auf Jasmin und fängt so an:

Jasmin wohnte zwar in einer ganz normalen Straße, in einem ganz normalen Haus und in einer ganz normalen Großstadt. Sie war acht Jahre alt…(S. 7)

Die Erzähler zoomt ein auf das Mädchen, und dann fängt die Geschichte an, sobald Jasmin im Scheinwerferlicht steht. Das Buch liest sich gut. Mich hat nur gestört, dass die Sprache manchmal recht kindlich ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Kinder und Lehrer sich heutzutage mit „Guten Morgen, liebe Kinder“. Und „Guten Morgen, liebe Frau Lehrerin“ anreden.
Gut, deutsche Kinder sind sicher höflicher erzogen als dänische (hoffentlich schaut mir jetzt kein Däne über die Schulter!), aber so höflich war ich ja nicht einmal in meiner Jugend. Oder täusche ich mich da? Auch Verkleinerungen wie Omili sind infantil, die eher Erwachsene als Kinder gebrauchen.

Trotzdem: Es ist ein spannender Kinderroman zum Lesen und Vorlesen, mit Worten von der Autorin Isabel Lenuck gemalt und Chunel hat die Illustrationen geschaffen.
Und hier noch ein Satz aus dem Buch, übrigens eine Szene, die ich sehr schön finde:

Alle wichtigen Dinge, die man nur seiner besten Freundin anvertrauen konnte, hatten sie hier im Schrank besprochen: als Katjas Eltern sich scheiden lassen wollten oder als Jasmin so großen Kummer hatte, weil ihr Großvater gestorben war. (S.71)

Isabel Lenuck: Jasmin und die Streichholzmenschen. Eine Geschichte zum Lesen und Vorlesen. 2014, ISBN 978-3-7322-4063-0
http://www.isabel-lenuck.de

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7. Martina findest du hier: http://www.buechersammler.de/
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30. Ben liest jeder Woche ein Buch und bloggt darüber auf. http://anti-uni.com/buch-challenge-2014/

10 Comments on “Isabel Lenuck: Jasmin und die Streichholzmenschen

  1. Liebe Eva Maria,
    das Buch klingt wunderbar. Auch ich liebe Kinderbücher und die Sache mit den sprechenden Puppen (bei mir waren es meine Stofftiere) kenne ich auch nur zu gut. Ich glaube, man hat sich einfach nur verpasst.
    Freundschaft ist in jedem Alter ein wichtiges Thema, aber gerade in Geschichten für Kinder wird es meistens besonders gut dargestellt. Deswegen sollte man sich auch als Erwachsener ab und an mal ein Kinderbuch gönnen, es hilft den Blick zu klären.

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  2. Pingback: [blogparade] 12 Bücher in 12 Monaten | strullersuppe

  3. Ein wirklich toller Buchtipp auf den ich ohne die #Buchparade wahrscheinlich nicht gekommen werden. Gibt es doch in meinem Leben eine kleine Jasmin, auf die das Buch super passt und die im besten Alter ist, es vorgelesen zu bekommen. Vielen Dank dafür!

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  4. Pingback: Meinungen zu Jasmin und die Streichholzbande | Isabel Lenuck – Tibetologin/ Ethnologin/ Kinderbuchautorin

  5. Pingback: Isabel Lenuck im Portrait | Isabel Lenuck – Tibetologin/ Ethnologin/ Kinderbuchautorin

  6. Pingback: 12 Bücher in 12 Monaten: Der Selbstversorger {Buchempfehlung} - Fräulein im Glück

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