Ein Junge namens Weihnacht

Ich bin wirklich glücklich, dass ich dieses Buch letzte Woche als Rezensionsexemplar in meinem Briefkasten entdeckte und heute für Sie besprechen darf.

„Ein Junge namens Weihnacht“ ist eine Perle; ein Buch, das sowohl Kinder als auch Erwachsene – also die unter uns, die immer noch dem Zauber der Weihnacht verfallen – in Bann ziehen wird.

Und seien wir mal ehrlich: Wir wollen doch alle wissen, wer der Weihnachtsmann ist. Meine Kollegin würde sagen: „Der ist nur eine Erfindung von Coca Cola.“ Und sofort schmilzt der Weihnachtszauber in rationalen Erklärungen, wie Pulverschnee in der Sonne. Andere meinen, es wäre der berühmte Bischof Nikolaus aus der heutigen Türkei, der eine Transformation durchlaufen hat. Das mag sein, aber dann hat der gute Mann auch viel von seiner Identität verleugnet.

Nein, hier kommt die wunderbare Geschichte des Jungen Nikolas, den seine Eltern liebevoll Weihnacht riefen, weil er am 24.12. geboren wurde. Nachdem man Nikolas Geschichte gelesen hat, sind die oben genannten Spekulationen einfach vorbei. Dann kennt man die Geschichte des Weihnachtsmanns, hat von der Freundschaft mit Blitz gehört und diese Geschichte ist einfach wahr.

Also, mit dem Namen, hatte Weihnacht, sorry, Nikolas wohl keine Wahl, könnte man meinen. Seine berufliche Laufbahn war vorgezeichnet. Nein, eigentlich sah es gar nicht so aus, als ob er einmal ein multinationales Imperium der Herzensgüte leiten sollte. Nikolas wuchs mitten im Wald in Finnland auf und er und sein Vater Joel lebten eher schlecht als recht. Zumindest glaubte der Vater das. Nikolas dagegen wusste, dass er nicht viel mehr als eine Pilzsuppe und die Gesellschaft seines Vaters erwarteten durfte. Er war zufrieden, auch wenn er nur eine Steckrübenpuppe als Spielzeug hatte und die kleine Maus Miika sein Eigen nennen konnte.

Doch der Vater, der nur neun und einen halben Finger hatte, träumte von einem besseren Leben. Er wollte seinem Sohn mehr bieten, vor allem Sicherheit … und das bedeutet für Erwachsene, und das ist der Vater natürlich, immer auch finanzielle Sicherheit. So reiste er mit einer Expedition in den Norden, um dort den Wichtelgrund zu finden und vom König reich belohnt zu werden.

Die gutherzigen Wichtel entpuppen sich allerdings als bösartig und bis Nikolas mit seinem Vater wieder vereint wird, wie er die Bosheit seiner Tante Carlotta überlebt und sich mit Blitz, dem Rentier anfreundet, wie er fliegend reiten lernt oder reitend fliegen und die Herzensgüte schlussendlich doch siegt. Das alles müssen Sie selbst lesen.

Ein Junge namens Weihnacht ist wunderbar illustriert, liebevoll gestaltet und die Sprache hintergründig, witzig und poetisch. Man schmunzelt, lacht und saugt die Erzählung in sich auf. Erwachsene können sich an die eigene Nase fassen, denn die Wichtel, die die Herzensgüte verloren haben, haben eine Gesellschaft geschaffen, die unserer zum Verwechseln ähnlich ist. Die Welt braucht aber, und das ist die Botschaft von Weihnachten, eine Welt voller Herzensgüte.

Lesen Sie dieses Buch und lassen sie sich verzaubern von der Magie der Weihnacht. Ich bin sicher. Sie werden niemals mehr sagen, dass der Weihnachtsmann nur eine Coca Cola Reklame ist. Sie werden wissen, dass er der Sieg der Herzensgüte über die Bosheit ist, des Vertrauens über die Angst und der Sieg eines Kindes, das leider zu schnell erwachsen werden musste, und trotzdem wusste, dass die Welt mehr braucht als das, was die Erwachsenen ihm bieten konnten. Ein Junge namens Weihnacht, der wusste einfach, dass wir alle mehr brauchen als finanzielle Sicherheit und Rationalität, und eine Welt suchen, in der Hoffnung und Magie noch existieren.

Matt Haig: Ein Junge namens Weihnacht. Dtv 2016. ISBN. 978-3-423-28088-4; 18,00 €

9783423280884

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