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Talent works….

Wer schreibt und liest hier?

Eva Maria Nielsen

Schreiblabor und Lesecouch

„Wir sind niemals am Ziel, sondern immer auf dem Weg“ (Vinzenz von Paul)

Seitdem ich am Küchentisch meiner Eltern die ersten Wörter aus der Buchstabensuppe gefischt habe, hat mich die Begeisterung für Worte und Laute nicht mehr losgelassen. Mit Worten konnte ich die Welt erobern und später in Geschichten sogar neu erschaffen. Obwohl ich schwer hörbehindert bin, ist mein Leben angefüllt mit Sprache, denn ich bin leidenschaftliche Leserin, engagierte Schreiberin und kreative Wortschöpferin.

Wörter und Sprache – sowohl in meiner Muttersprache Deutsch als auch meiner Wahlheimat Dänemark – sind meine Leidenschaft. Denn sie verführen und informieren mich, lassen mich tanzen und jubeln und in Tränen ausbrechen. Sie bilden und verleiten mich. Sie umgarnen und bestechen mich.

Wörter reihen sich aneinander und werden zu Geschichten, die erzählt und gehört werden wollen. Eigentlich machen wir alle kaum etwas anderes. Wir erzählen einander, was wir erleben; wir teilen miteinander, was uns bewegt, freut und ängstigt.

Deshalb habe ich meine Leidenschaft zu meinem Beruf gemacht. Ich arbeite als freiberufliche Journalistin und Sachbuchautorin. In meiner Freizeit schreibe ich an einem Thriller und puzzele mit verschiedenen Ideen für Kinderbücher. Wenn Du Lust hast, kannst Du mir in meinem Sprachlabor über die Schulter schauen. Und solltest du auch Dänisch lesen, kannst du auch hier vorbeischauen: www.katolikihverdagen.com

Eva Maria Nielsen

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Talent works, genius creates.
Robert Schumann

Ob er wirklich Recht hat, der gute Robert Schuhmann? Ist es nicht eher so, dass ein guter Text mehrmals umgeschrieben und redigiert werden muss?
Die wenigsten Autoren schreiben druckfertig im ersten Entwurf. Kaum jemand kann ein Musikstück spielen, ohne lange zu üben. Sicher braucht der Künstler Feingefühl für sein Metier, aber der Rest ist harte Arbeit, verbunden mit Einsamkeit, täglichem trainieren und üben.
In Dänemark trinken Kinder gerne „saftevand“. Das ist konzentrierter Fruchtsaft, den man 1:10 mit Wasser mischen muss. Dann schmeckt er wunderbar. Im rohen Zustand, wie er meinem Mann aus Versehen zu einer Rezeption angeboten wurde, ist er ungenießbar. Das Talent ohne Feinschliff ist auch ungenießbar. Er muss vermischt werden mit Feinarbeit und viel Training, damit es im wahrsten Sinne ein „(Ohren)schmaus“ wird.
In meinem Fall und dem meiner Schreibfreunde bedeutet das, immer wieder zu schreiben und zu redigieren, oft bis spät am Abend, weil am Tag der Brotjob sein Tribut fordert. Einige von uns leben vom Schreiben, aber die wenigsten. Trotzdem leben die meisten von uns von den Worten. Das, was sie in gestohlenen Stunden aufs Papier bringen, gibt ihnen Energie für den ganz normalen Alltag.
Vielleicht gibt es einige Genies, aber ich glaube als guter Preuße immer noch an die Tugenden von Ordnung, Pünktlichkeit und Fleiß. Damit, und mit einer Portion Ausdauer, Dickköpfigkeit und Fachwissen kommt frau weit. Vielleicht wird dann mit der Zeit aus einem Talent ein Genie…Die Zukunft wird es zeigen.


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